BaufinanzierungWer sich erstmalig mit dem Thema "Hausbau" beschäftigt, wird schnell über gewisse "Angebote" stolpern: "Bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro beläuft sich die monatliche Rate auf sage und schreibe nur 450 Euro!"

Nimmt man dieses Angebot genauer unter die Lupe, zeigen sich recht schnell einige Schwachstellen.

  1. Bei diesem Angebot beträgt die Tilgungssumme lediglich 1 Prozent.
  2. Der effektive Jahreszins beläuft sich in diesem Beispiel auf 2,56 Prozent.
  3. Zurzeit sind die Zinsen recht niedrig. Das Angebot rechnet mit einer Sollzinsbindung von fünf Jahren. Ob sich diese günstige Entwicklung in fünf Jahren immer noch zeigt, darf bezweifelt werden.
  4. Bei diesem Angebot wären bis zum Ende der Sollzinsbindung weniger als 8.000 Euro getilgt. Und das in einem Zeitraum von fünf Jahren!

Wer jedoch eine Tilgungsrate von 2 oder mehr Prozent leisten kann, ist mit der Rückzahlung deutlich schneller fertig.

 

Beispiel 1 für eine Baufinanzierung 

  • Darlehen: 150.000 Euro
  • Zinssatz: 5,5 Prozent
  • Tilgung: 1 Prozent
  • In diesem Fall dauert die Rückzahlung über 34 Jahre.

 

Beispiel 2 für eine Baufinanzierung

  • Darlehen 150.000 Euro
  • Zinssatz: 5,5 Prozent
  • Tilgung: 2 Prozent
  • Der Bauherr wäre nach diesem Beispiel bereits nach knapp über 24 Jahren schuldenfrei.

Es ist kaum davon auszugehen, dass die Zinsen für eine Baufinanzierung noch tiefer sinken werden als aktuell. Unter diesem Gesichtspunkt ist es durchaus sinnvoll, sich mit der Finanzierung für ein Eigenheim zu beschäftigen. Doch es kommt bei einem Baukredit nicht allein auf die monatliche Rate an.

 

Generelles über die Baufinanzierung

Der Baukredit setzt sich aus mehreren Faktoren zusammen:

  • die tatsächlich benötigte Summe,
  • die Zinskosten und
  • die Finanzierungsnebenkosten.

Bei einer soliden Finanzierung sind die Aspekte Zinsbindungsfrist, Sonderzahlungsmöglichkeiten und die Zahlungsflexibilität keinesfalls zu vernachlässigen.

Wer ein Haus kaufen oder bauen möchte, zahlt definitiv mehr, als das eigentliche Objekt kostet. Um eine solide Baufinanzierung auf die Beine zu stellen, müssen sämtliche Kostenfaktoren berücksichtigt werden:

  • der eigentliche Hauspreis
  • die Baunebenkosten
  • die Zinsbelastung
  • die Bankgebühren
  • die Bereitstellungsgebühr für den Kredit

Grob überschlagen übersteigen die gesamten Finanzierungsnebenkosten die eigentliche Summe für das Haus um etwa fünf bis zehn Prozent.

 

Der Effektivzins bei der Baufinanzierung

Der Effektivzins gibt zwar einen ersten groben Einblick über die Nebenkosten der Finanzierung, doch nicht alle Kosten sind in diesem Zins eingeschlossen. Die Bereitstellungszinsen, die Teilauszahlungszuschläge, die Wertermittlungskosten oder die Kontoführungsgebühren sind im Effektivzins nicht enthalten. Doch auch diese Kosten können einen Baukredit erheblich verteuern.

 

Der Grundbucheintrag

Die Bank muss sich natürlich absichern, wenn sie solch hohe Geldsummen verleiht. Dazu wird in der Regel durch einen Notar eine Grundschuld ins Grundbuch eingetragen. Die Kosten dafür hängen von der Bausumme ab und werden vom Bauherrn getragen.

 

Sondertilgungsgebühren und Vorfälligkeitsentschädigung bei der Baufinanzierung

Bei einer Baufinanzierung rechnen die meisten Banken damit, dass der Finanzierungsplan über die gesamte Laufzeit eingehalten wird. Kommt jetzt der Bauherr unverhofft zu einem Geldsegen, ist der Wunsch nach einer vorzeitigen Entlastung des Baukredits nur allzu verständlich. Doch der Bank muss dies nicht unbedingt gefallen. Manche Banken legen in ihren Klauseln eine Obergrenze für Sondertilgungen fest oder sie erheben saftige Gebühren. Könnte der Bauherr in dieser Situation die gesamte Baukreditsumme bezahlen, müsste er damit rechnen, dass die Bank ihm eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnet.

 

Hilfreiche Hinweise und Finanzierungsrechner finden Sie auf baufinanzierungsberatung.com.

 

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