Schnäppchenhäuser

 

Der Begriff der Nachhaltigkeit im ökologischen Sinn wurde bereits im frühen 18. Jahrhundert angesichts einer fortschreitenden Holznot von Carl von Carlowitz geprägt. So war diese Not denn auch Grund für die heute gängige Forstwirtschaft in unseren Breiten, welche die mittelalterliche unkontrollierte Ausbeutung der heimischen Wälder ablöste. Heute umschreibt der Begriff der Nachhaltigkeit einen Blick auf die Zusammenhänge des Gleichgewichts zwischen Regenerierung und Nutzung verschiedenster natürlicher Ressourcen.

Nachhaltiger Hausbau -> Grundlagen

Nachhaltiges Bauen hat zum Ziel, den Verbrauch von Energien und anderen Ressourcen, welche zum Hausbau und Betrieb eines Hauses über seine gesamte Lebensdauer hinweg benötigt werden, möglichst einzuschränken. Dies unter dem Aspekt des gesamten Zyklus, beginnend bei der Gewinnung der Rohstoffe über den eigentlichen Hausbau bis hin zum endlichen Rückbau. Dafür sind kostengünstige und leistungsfähige Lösungen zu finden und die negativen Umweltauswirkungen dennoch auf ein Minimum zu reduzieren. Der Energie- und Ressourcenverbrauch soll in allen Zyklusphasen eines Gebäudes möglichst gering sein. Nachhaltigkeit verfolgt das Ziel, dass auch nachfolgende Generationen ein intaktes soziales, ökonomisches und ökologisches Gefüge vorfinden.

Produktauswahl unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit

Die eingesetzten Bauprodukte sollten wiederverwendbar und recyclingfähig, idealerweise jedoch sogar bereits recycelt sein. 40 Prozent des globalen Ressourcenverbrauchs fallen auf den Bausektor. Eine Möglichkeit für den ressourcenschonenden Bau ist die Verwendung von Baustoffen mit einer Umweltdeklaration nach ISO 14025 STANDARD, ein für Architekten und Gebäudeplaner verifiziertes, einheitliches und international anerkanntes Format. Diese Zertifikate sind teilweise bereits in Designsoftwarelösungen integriert, mit denen sich unter anderem die Ökobilanz für ein Gebäude erstellen lässt. Der Medienverbrauch bezieht sich auf Strom, Heizung und Wasser.

Folgende Indikatoren beim Hausbau sind international für die ökologische Gebäudebewertung relevant:

  • Flächeninanspruchnahme
  • Primärenergieaufwand (erneuerbarer Anteil)
  • Ozonstörungspotenzial (Ozonlochbelastung)
  • Überdüngungspotenzial (Grundwasser und Gewässer)
  • Treibhauspotenzial (Erderwärmung)
  • Versauerungspotenzial (saurer Regen)
  • Ozonbildungspotenzial (Sommersmog)

Die soziale und kulturelle Dimension betrifft die gezielte Baustoffauswahl, zum Beispiel emissionsarme Produkte. Durch die richtige Wahl lassen sich gesundheitliche Beeinträchtigungen auch bei Risikogruppen wie Kindern, älteren Menschen und sensiblen Personen vermeiden. Die Gesundheitsgefährdung durch die Einwirkung von Problemstoffen aus dem Gebäude oder der Umwelt ist gänzlich auszuschließen.

Prozess

Nachhaltigkeit beinhaltet eine ökonomische, eine ökologische und eine soziale Dimension. Je weniger Energie ein Gebäude in der Nutzung verbraucht und je energieeffizienter es ist, desto mehr gewinnen die Konstruktion, die Wahl und die Verarbeitung der Materialien an Bedeutung. Die Transportwege bei Bau und Betrieb sind so kurz wie möglich zu halten. Der Bausektor verfügt über großes Potenzial hinsichtlich der CO2-Reduktion: 30 Prozent der globalen CO2-Emissionen fallen auf diesen Sektor.

Die ökonomische Dimension beim Prozess umfasst die Errichtungskosten und die Nutzungskosten. Die Errichtungskosten beinhalten zum Beispiel Preise für Grundstück, Makler, Planung und Notar sowie Bauüberwachungs-, Dokumentations- und Versicherungskosten während der Bauzeit. Die Nutzungskosten ergeben sich aus Heizung, Warmwasser, Strom für Beleuchtungskörper, Abwasser, Wasserverbrauch im Allgemeinen, Wartung, Instandhaltung und Modernisierung. Die soziale und kulturelle Dimension betrifft die Aspekte Ästhetik, Gestaltung, Gesundheitsschutz und Behaglichkeit (z. B. Wärmeschutz im Winter und im Sommer, Schallschutz).

Nachnutzung

Der Bau einzelner Gebäudeteile oder Gesamtgebäude sollte nicht von dem Hintergedanken geprägt sein, sie nach einigen Jahren wieder abzureißen und durch neue zu ersetzen; die lange Nutzung von Gebäudeteilen und von Gesamtgebäuden hat oberste Priorität. Wie bereits erwähnt, umfasst die ökonomische Dimension die Rückbaukosten, während die soziale und kulturelle Dimension bestimmte Schutzziele bei der Nachhaltigkeit definiert. Sie lassen sich lediglich qualitativ beschreiben, sind aber nicht quantifizierbar: Nutzerzufriedenheit, gesellschaftliche Akzeptanz, besondere Wertschätzung und Wertbeständigkeit. Der zweite Bereich lässt sich sehr wohl messen: die Barrierefreiheit. Sie ist vor allem für Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit bedeutsam, erhöht die Behaglichkeit und reduziert die Gesundheitsgefährdung (Sturzgefahr etc.). Die Umbaumaßnahmen für die Zukunft erübrigen sich hiermit, was sich wieder auf die Lebenszyklusbewertung auswirkt. Gesundheit und Behaglichkeit bilden den dritten Bereich der sozialen und kulturellen Dimension. Dazu zählen hygienische (Luftbewegung, Raumluftqualität), akustische (Lärmimmissionen, Bauakustik), thermische (Raumluftfeuchte, Raumtemperatur) und optische bzw. visuelle (Beleuchtung) Behaglichkeit.

Hinterfragung des Bedarfs

Will man nachhaltig bauen, beginnt dieser Prozess bereits vor der Planung des eigentlichen Hausbaus. So stellt sich die Frage, ob denn zur Deckung eines Wohnbedarfs der komplette Bau eines Hauses überhaupt notwendig ist oder ob auf bereits bestehenden Bestand an Wohnraum im Zuge von Umbauten zurückgegriffen werden kann.
Ebenso stellt sich die Frage über die tatsächlich benötigte Größe eines Neubaus. Wie viele Personen werden einziehen und wie viele Personen eventuell später (Kinder) noch hinzukommen? Optimale Ausnutzung der vorhandenen Raumfläche stellt einen weiteren Aspekt des nachhaltigen Bauens dar.

Minimierung des Verbrauchs

Laut Europäischer Kommission entfallen auf Bau und Instandhaltung von Gebäuden inklusive elektrischer Ausstattung etwa 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der EU. Hier beginnt der Ansatz des Architekten bei der Bauplanung, denn es besteht die Möglichkeit, ein Wohngebäude mit ausgeglichener Energiebilanz über das ganze Jahr zu realisieren. Ebenfalls berücksichtigt in diesem Zusammenhang sollte die Berechnung des Energieaufwands bei der Herstellung der unterschiedlichen Baustoffe werden sowie deren Transport an die Baustelle. Auch der Standort eines Gebäudes ist in diesem Sinne von Belang, da Lieferanten und Besucher einen Anfahrtsweg haben, der im verkehrstechnischen Aspekt relevant ist. Thermik, Belüftung sowie Beschattung bilden weitere wichtige Aspekte bei der Minimierung des Verbrauchs an Energien, welche bereits in der Phase der Planung berücksichtigt werden sollten.

Wiederverwendbare Materialien und Rückbaufähigkeit

Zum Bau und Betrieb eines Gebäudes eingesetzte Materialien sollten nach ihrer ursprünglichen Verwendung wieder für eine neue Nutzung eingesetzt werden können. Zu diesem Zweck sollten bei der Auswahl der Materialien folgende Aspekte beachtet werden: Es sollten homogene, so wenig als möglich unterschiedliche Baustoffe verwendet werden, um die Zahl der Entsorgungswege in Grenzen zu halten. Die Materialien sollten frei von Schadstoffen und gut trennbar sein, um eine sortenreine Trennung zu erleichtern und somit die Möglichkeit eines erneuten Einsatzes zu erhöhen.

Transportwege

Ein weiterer, keineswegs unwichtiger Aspekt, ist die Berücksichtigung der Transportwege zur Materialbeschaffung während der Bauzeit sowie die Anfahrt von Handwerkern und späteren Besuchern und Einwohnern des fertiggestellten Hauses. Lange Fahrzeiten verursachen erhöhten Energiebedarf und somit auch höhere Kosten, welche letzten Endes einem nachhaltigen Bauen zuwiderlaufen. Dieser Umstand verbraucht Ressourcen und ist somit nicht umweltfreundlich im Sinne einer nachhaltigen Bauweise.

 

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