Schnäppchenhäuser

 

Aktionshaus bauenDie Baubranche steht schön längere Zeit in dem Ruf, hinsichtlich der Preisangaben und der Bauzeit nicht immer ehrlich zu ihren künftigen Bauherren zu sein. Bedingt durch den hohen Wettbewerbsdruck unter den Bauunternehmen und Hausanbietern werden gern Versprechungen gemacht, die von vornherein nicht eingehalten werden können. Wenn Sie Ihr Haus günstig bauen möchten, ist es aber sehr wichtig, einen erfahrenen und verlässlichen Partner für den Hausbau zu finden. Die Schwerpunkte sollten hier insbesondere bei der Beschreibung der Bauleistungen und der Preisverlässlichkeit liegen. Es hilft Ihnen nicht, wenn ein angeblich günstiger Hausanbieter während der Bauphase durch Nachträge Ihren Finanzierungsplan ins Wanken bringt.

Aktionshäuser

Bei den sogenannten "Aktionshäusern" handelt es sich um Häuser, die innerhalb eines gewissen Zeitraums günstig angeboten werden. Vollmundig wirbt so manche Baufirma mit niedrigen Baukosten, lächelnd lockt sie die unerfahrenen Bauherren an den Konferenztisch. Mit stichhaltig erscheinenden Argumenten erläutert sie das Konzept der Bauphasen und erklärt scheinbar schlüssig das Zustandekommen des günstigen Preises.

Und der Bauherr?

Er freut sich über seinen klugen Schachzug, sein Traumhaus zu solch einem niedrigen Preis bauen zu können. Nicht immer, aber oft wird dieser Traum jäh zerstört. Man kann es drehen und wenden, wie man will - ein Hausbau kostet Geld. Auch Aktionshäuser sind nicht für wenig Geld zu haben, egal was die Baufirma verspricht.

Beispiele für typische Lockangebote

Aktionshaus: "Wir bauen Ihr Haus mit einem Preisnachlass von 20 Prozent"

Hier muss man sich fragen, auf welcher Grundlage ein zwanzigprozentiger Nachlass gewährt wird. Wenn mein Angebot zunächst um zwanzig Prozent überteuert angeboten wurde, löst sich der Rabatt in Luft auf. Außerdem muss auch trotz dieses üppigen Preisnachlasses noch ein seriöses und belastbares Wirtschaften des Unternehmens möglich sein.

Bauschnäppchen: "Schlüsselfertiges Eigenheim für nur 86.000 Euro"

Diese Offerte ist so nichtssagend wie der Begriff schlüsselfertig ohnehin. Das Wort „ab“ bedeutet sehr wahrscheinlich, dass man ein Haus zum absoluten Mindestpreis von 86.000 Euro bauen kann.

  1. Das kann faktisch bedeuten:
    Je nach Hausgröße ein Haus als geschlossenen Rohbau oder Ausbauhaus, inklusive des Schlüssels für die Haustür.
  2. Im Ernst bedeutet es aber:
    Ein schlüsselfertiges Eigenheim für 99.000 Euro dürfte maximal 55 m² Wohnfläche haben, wenn man den durchschnittlichen Baupreis von 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zugrunde legt.
    Der Quadratmeterpreis von 1.800 Euro liegt jedoch schon weit unter einem mittleren Ausstattungsniveau! Das bedeutet also, dass es sich wohl doch um die unter Punkt eins beschriebene Ausführung handelt.

Aktion: "Hausbau ab 129.000 Euro inklusive einer 10.000 Euro teuren Markeneinbauküche"

Hier stellen sich schon gleich ganz offensichtlich diese Fragen:

  1. Welche Hausgröße und Ausbaustufe wurde hier zugrunde gelegt?
  2. Die zweite Frage betrifft die Markeneinbauküche. Hat ein Hausanbieter eine so hohe Marge, dass er 10.000 Euro Nachlass geben kann, muss er sich fragen lassen, warum er das Haus nicht für 119.000 Euro anbietet. Das klänge schon mal glaubwürdiger.
  3. Wenn der Hausanbieter die Einbauküche mit 10.000 € bezuschussen will, bleiben ihm noch 119.000 € für den Hausbau. Hier ergibt sich bei einem durchschnittlichen Herstellungspreis von 1.800 Euro pro Quadratmeter eine Wohnfläche von lediglich 66 m².
  4. Zudem ist dieses Angebot in sich ein Widerspruch: Wer ein Aktionshaus bauen will (oder muss?), wird kaum 10.000 Euro für die Einbauküche ausgeben wollen.

"Eigenheim statt Mietwohnung bei gleicher monatlicher Belastung"

Manche Bauunternehmen werben auch mit einer monatlichen Belastung, die mit beispielsweise 700,00 Euro in etwa die gleiche Höhe hat wie die Monatsmiete. Aber ist diese monatliche Belastung bei einem Massivhaus von 150.000 Euro realistisch? Wohl kaum, denn Sie werden kein Haus inklusive Grundstück für 150.000 € bauen können.

Was unterscheidet ein Aktionshaus vom "normalen" Haus?

Aktionshäuser verfolgen oft nur ein einziges Ziel: Der Bauherr soll sich schnell entscheiden und den Bauvertrag unterschreiben. Es gab und gibt genügend Bauherren, die auf diesen Trick hereinfallen - der Grund liegt auf der Hand: Sparwut.
Damit sich der Traum vom Eigenheim überhaupt erfüllen kann, wird bereits in der Planungsphase mit spitzem Stift gerechnet. Da kommt solch ein Aktionshaus gerade recht. Dem Bauherrn fällt eine Anzeige im Internet oder in der Zeitung ins Auge, in der massiv mit einem Aktionshaus geworben wird. Vielleicht sind die Hausbaukosten extrem niedrig oder gewisse Zusatzleistungen werden kostenlos angeboten.
Der Bauherr freut sich - endlich kann er als Schnäppchenjäger fette Beute machen. Doch was ist nun der Unterschied zwischen dem Aktionshaus und dem Haus, das zu einem üblichen Preis angeboten wird? Ganz einfach: Bei einem "normalen" Haus hat alles seinen Preis. Keine Baufirma hat etwas zu verschenken. Wenn doch, ist eine gesunde Vorsicht angesagt. Natürlich sind nicht immer alle Angebote schlecht und unseriös, doch der gesunde Menschenverstand sollte immer eingeschaltet sein. Denn was zu Anfang wie ein richtiges Schnäppchen aussah, kann sich am Ende als Geldfass ohne Boden entpuppen.

Wir können und wollen nicht die Behauptung aufstellen, dass günstige Häuser grundsätzlich von schlechter Qualität seien. Jedoch sollte jedem Bauinteressenten bewusst sein, dass es gerade die sogenannten Aktionshäuser sind, bei denen es zu Pfusch am Bau kommt.

Die Interessen der Baufirma

Wie bereits angemerkt, kein Unternehmen hat etwas zu verschenken; erst recht nicht Baufirmen, dazu ist der Markt viel zu sehr umkämpft. Jede Hausbaufirma will und muss selbst Geld verdienen. Wie also kommt der günstige Preis der Aktionshäuser zustande?

  • Möchte die Baufirma Kunden an sich binden?
    Wohl kaum, denn die wenigsten Baufirmen rechnen damit, dass ein Bauherr öfter kommt, um einen Hausbauvertrag zu unterzeichnen.

  • Ist das Bauunternehmen vielleicht äußerst sozial eingestellt und möchte Menschen zu einem Eigenheim verhelfen, die nicht so viel Geld haben?
    Eher nicht. Viel mehr als die eigenen Interessen bleiben also nicht mehr übrig.

  • Preis eines seriösen Hausanbieters
    Ein seriöser Hausanbieter ist an einem guten Ruf sehr interessiert. Er kann den Preis seiner Häuser in einem ausführlichen Beratungsgespräch sachlich und fachlich begründen.

  • Preis eines unseriösen Hausanbieters
    Ein unseriöser Hausanbieter begründet den günstigen Preis zwar auch, doch diese Erklärung gleicht einem Hausbau ohne Fundament. Es werden Phrasen gedroschen und langatmige leere Sätze gebildet. Diesen kleinen - aber extrem wichtigen Unterschied - gilt es im Beratungsgespräch zu beachten.

Worauf sollten Kunden achten?

Dreht sich das Beratungsgespräch nahezu ausschließlich um den vermeintlich günstigen Preis des Eigenheims, ist Vorsicht angesagt. Die Bauherren sollten sich die berechtigte Frage stellen, ob vielleicht von etwas Wichtigem abgelenkt werden soll. Viele Hausverkäufer treten als kumpelhafte Typen auf: Sie schimpfen mit den Bauherren um die Wette über die hohen Baupreise. Sie laden zu einer Grillparty ein, sie geben sich Mühe, dem potenziellen Kunden als "echter" Freund nahezukommen. Aufgepasst. In den wenigsten Fällen möchte der Berater tatsächlich mit dem Bauherrn befreundet sein - eher mit dessen Portemonnaie.

Eine optimale Bauberatung ist die Grundlage für einen guten Preis. Ein unhabhängiger Bauberater kann Bauinteressenten produktneutral beraten. Er muss nicht einen bestimmten Baustoff, eine vorgegebene Bauweise und eine festgelegte Leistung verkaufen. Bauinteressenten profitieren vom Wissen des Bauberaters und können das Haus und dessen Ausstattung nach Belieben konfigurieren. Für einen Bauberater ist es auch kein Problem, wenn der Bauherr den Hausbau durch den TÜV überwachen lässt. Beide Seiten profitieren davon: Der Bauherr erhält ein Zertifikat, und der Bauunternehmer kann sich sicher sein, dass seine Leistungen in Ordnung sind.

Was kommt auf den Bauherrn zu?

Aktionshäuser werden gerne aggressiv beworben. Doch bevor sich ein Bauherr zu einem ersten Beratungsgespräch entschließt, sollte er sich darüber im Klaren sein, welche Vorstellung er hat - Aktionshäuser hin oder her. Die Wohnfläche, die Bauweise, mit oder ohne Keller - wenigstens im Groben sollten bestimmte Details des Eigenheims auf einem Notizzettel stehen. Nach dem Beratungsgespräch spiegelt die Bau- und Leistungsbeschreibung ganz genau wider, wie es dazu kommt, dass die Eigenheime als "Aktionshäuser" angeboten werden: Welche Materialien sollen verwendet werden? Schließt das Angebot einen Keller ein? Was beinhaltet die Mindestausstattung? Hier gibt es unzählige Beispiele dafür, wie ein Preis gedrückt werden kann.

Wie kann man als Laie Fehler aufdecken?

Beuinteresenten sollten die Bau- und Leistungsbeschreibung von einem unabhängigen Bauberater prüfen lassen. Dieser Experte deckt schnell auf, ob und welche Mängel sich in dem Angebot verstecken. Auch die Verbraucherzentrale prüft gegen eine Gebühr das Angebot. Was viele Bauherren nicht wissen: Auch das schlichte Weglassen diverser Punkte in der Bau- und Leistungsbeschreibung kann fatale Folgen haben. Denn was nicht genannt ist, muss auch nicht ausgeführt werden, selbst wenn es dem Bauherrn logisch erscheint, dass eine bestimmte Leistung dazugehören sollte. Deswegen hilft es, wenn ein Fachmann die Angebote der Aktionshäuser durchsieht.

Tipps

  • energiesparende Standards zu realisieren
    Der moderne Hausbau wird immer stärker durch energiesparende Standards geprägt. Energiesparend und somit auch ökologisch zu bauen ist nicht nur innovativ, sondern auch nachhaltig. Hochwärmedämmende Außenwandflächen und die Verwendung einer modernen Heizungstechnik sind eine Investitionen in die Zukunft. Wir bauen für Sie ein Massivhaus, das mindestens den strengen Vorgaben der Energieeinsparverordnung entspricht. Zudem bieten wir Ihnen auch an, Ihr Haus nach den KfW-Standards zu errichten. Die Baukosten erhöhen sich dadurch zwar etwas, Sie werden jedoch durch die energiesparende Bauform dauerhaft finanziell entlastet und leisten einen Beitrag zur Lösung von Energie- und Umweltproblemen.

  • Hausbau aus einer Hand
    Sicher haben Sie sich mehrere Angebote eingeholt. Während das eine die Errichtung des Kellers beinhaltete, bot ein anderes Bauunternehmen die Herstellung der Bodenplatte zu dann natürlich günstigeren Konditionen mit an. Wenn Sie sich für den zweiten Anbieter entscheiden, aber einen anderen Erdbauer und ein weiteres Bauunternehmen mit der Errichtung des Kellers beauftragen, kommen Sie möglicherweise auf den gleichen Preis. Bei letzterer Variante erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es Probleme mit der Gewährleistung gibt, wenn Baumängel festgestellt werden. Die dann eingesparten Kosten werden dann in langwierige juristische Auseinandersetzungen gesteckt. Entscheiden Sie sich hingegen für das Angebot, das die Errichtung des Kellers einschließt, haben Sie es im Falle der Gewährleistung mit nur einem einzigen Ansprechpartner zu tun, mit dem Sie sich auseinandersetzen müssen.

  • Was ein preiswertes Haus ausmacht
    Der Preis allein ist nicht das einzige Kriterium, das zu einer Entscheidung für oder gegen einen Anbieter führen sollte. Die Frage ist vielmehr, was einen günstigen Preis überhaupt ausmacht. Viele Hausanbieter lassen sich wegen des großen Wettbewerbsdrucks dazu verleiten, ihre Häuser so billig wie möglich anzubieten. Man weiß offenbar, dass die meisten Bauinteressenten zunächst nur auf den Preis schauen. Hat man dann den Interessenten erst einmal am Beratungstisch, werden erste Preismodifizierungen vorgenommen: Es kommen dann die Kosten für die Erdarbeiten, eine Bodenplatte usw. dazu, und schon ist vom zuvor so günstigen Preis schon keine Rede mehr. Extras werden dann mit exorbitanten Mehrpreisen versehen, und in der Summe kann aus dem auf den ersten Blick preiswerten Haus ein teures werden.

Preiswert und sicher bauen mit realistischen Preisangaben

Als Verbraucher unterliegen wir der Versuchung, ein Produkt so günstig wie möglich erwerben zu wollen. Solange der Produkt- und Preisvergleich einfach ist, fällt es auch nicht schwer, den günstigsten Anbieter zu finden. Beim Hausbau ist es etwas schwieriger: Ein Preisvergleich ist nur mit einer detaillierten Gegenüberstellung der einzelnen  Baubeschreibungen möglich. Achten Sie also unbedingt auf die exakte Beschreibung der im Preis enthalten Leistungen.

Diese Leistungen sollten in der Baubeschreibung und somit auch im Preisangebot enthalten sein:

  • die kompletten Planungsleistungen (Hausentwurf, Bauantrag, Statik und energetische Berechnung sowie Werkplanung),
  • die Baustelleneinrichtung,
  • die Erdarbeiten mit seitlicher Lagerung des Erdaushubs,
  • die Fundamente und die Bodenplatte,
  • der Keller inkl. der Trennwände, Kellertreppe und Kellerdecke und
  • der Innenausbau je nach gewählter Ausbaustufe.

Festpreisgarantie

Durch die Festpreisgarantie wird gewährleistet, dass Ihr Bauvorhaben zu einem fixierten Preis an Sie übergeben wird. Bedenken Sie aber hierbei, dass sich auch der Festpreis nur auf Leistungen bezieht, die in der Baubeschreibung konkret als Leistungsbestandteil genannt sind. Ausdrücke wie zum B. „auf Wunsch“, "bauseits" oder „alternativ“ sind in der Regel die Umschreibung für „gegen Mehrpreis“!

Bauzeitgarantie

Bauverzögerungen können teuer werden. Schutz bieten nur klare Termine im Hinblick für den Baubeginn und die Hausübergabe. Die Bauzeitgarantie ist  allerdings nur dann sinnvoll, wenn Sie neben den Terminvereinbarungen auch klar definieren, welche Kosten durch den Hausanbieter bei einem Bauverzug zu übernehmen sind. Sie erhalten bei uns eine Bauzeitgarantie inkl. einer Schadenersatzklausel.

Zahlungsplan

Der Zahlungsplan regelt, bei welchem Planungsstand oder Baufortschritt Sie an den Hausanbieter zahlen müssen. Hierbei ist wichtig, dass Sie die im Zahlungsplan genannten Leistungen nachvollziehen können und erkennen können, was sie kosten. Vorsicht ist geboten bei Zahlungsplänen, die bereits bei Vertragsabschluss Zahlungen verlangen. Bei uns zahlen Sie immer erst nach der Abnahme einer Bau- oder Planungsleistung, die erste Rate also nach der  Fertigstellung der Bauantragsunterlagen.

 

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