FertighauspreiseEin Fertighaus scheint eine feine Sache zu sein: Anhand eines Musterhauses in natura oder im Katalog hat man die Möglichkeit, ses sich vorab detailgenau anzuschauen. Ist die Entscheidung getroffen, werden die Bauelemente werkseitig vorgefertigt und müssen auf dem Grundstück lediglich noch montiert werden. Geht es mit dem Hausbau los, steht der Rohbau in der Regel innerhalb von 48 Stunden. Geworben wird mit einer kurzen Bauzeit, und eben hier wird sehr gern verschwiegen, dass es bis zur Montage des Fertighauses noch einiger werksseitiger Vorbereitungen bedarf: Die einzelnen Elemente müssen schließlich zunächst einmal in einem Werk gefertigt werden.
Je nach Größe und Auftragslage des Unternehmens kann hier einige Zeit vergehen. Dieser Aspekt wird bei vielen Angeboten leider nur zu gerne „vergessen“. Die Bauzeit für den Innenausbau entspricht übrigens durchaus der eines massiv gebauten Hauses.

 

Was beinhalten die Preise beim Fertighaus?

Wer sich für ein Hausmodell aus dem Katalog interessiert, sollte sich nicht von den sich super anhörenden Angeboten blenden lassen.

Was „ab Oberkante Bodenplatte“ bedeutet:

Die angegebene Preise für ein Fertighaus beinhalten in den meisten Fällen den Grundpreis ab Oberkante Bodenplatte oder Kellerdecke. Es kommen noch die Kosten für die Erdarbeiten, die Bodenplatte oder den Keller und natürlich die Grundstückskosten hinzu. Wird ein Fertighaus „ab Oberkante Bodenplatte“ verkauft, bedeutet das nichts anderes, als dass der Bauherr die Bodenplatte oder den Keller extra bezahlen muss.

 

Preise für individuelle Ausstattung und Umplanung

Der Preis für ein Fertighaus aus dem Katalog ist solange interessant, wie der Bauherr das Haus so baut, wie es vorgegeben ist. Dies ist auch ganz logisch, da Kataloghäuser in Serie produziert werden können. Natürlich kann jedes Fertighaus auch individuell geplant werden, jedoch liegt der Preis dann fernab vom Katalogpreis.
Auch was die Kosten der individuellen Ausstattung angeht, muss der Bauherr aufpassen. Im Fachjargon werden die Kosten für zusätzliche Steckdosen, andere Bodenbeläge oder eine andere Heizungsanlage kurzerhand als „Mehrkosten aufgrund der Bemusterung“ bezeichnet. Das bedeutet nichts anders, als dass der Preis im Katalog auf einer bestimmten Ausstattung basiert. Jede Änderung, auch „Aufmusterung“ genannt, wird zusätzlich berechnet.

 

Unterschied der Preise zwischen Fertighaus und Massivhaus

Ein Fertighaus muss nicht zwangsläufig günstiger als ein Massivhaus sein. Es kommt jeweils auf die Wünsche des Bauherrn an. Interessiert er sich für ein Typenhaus, das in Serie gebaut wird, ist das natürlich günstiger als ein individuell geplantes Haus.

 

Das Fertighaus und der Vertrag

Wer kennt sie nicht, die oft mitleiderregenden Berichte gescheiterter Bauherren? Doch wer weiß genau, wo der Haken liegt? Ist es immer nur die Schuld der Bauunternehmen? Etliche junge Familien wünschen sich ein nettes kleines Häuschen im Grünen. Die Rücklagen sind nicht besonders hoch und die Finanzierung ist knapp kalkuliert. Um weitere Kosten zu sparen, werden zwar Fertighauspreise miteinander verglichen, doch weder ein unabhängiger Bauberater oder eine andere fachlich kompetente Institution prüft die Verträge. Schnell wird zum Beispiel versäumt, einen festen Fertigstellungstermin zu vereinbaren. Einem fachkundigen Profi wäre dieser Aspekt bei einer Vertragsprüfung sicher sofort aufgefallen. Jemand, der das erste Mal in seinem Leben baut, kann solch einen wichtigen Punkt leicht übersehen. Wie sieht es mit der Gewährleistung aus? Diese sollte beispielsweise zwingend fünf Jahre betragen.

 

Bauvertrag / Werkvertrag beim Fertighaus

Viele Bauherren sind der Ansicht, sie haben einen Kaufvertrag über ein Fertighaus unterschrieben. In Wahrheit handelt es sich jedoch um einen Werkvertrag über die Errichtung eines Bauwerks. Dieser Unterschied ist enorm wichtig, da sich hierdurch die Rechtslage grundlegend ändert. Bevor es zur Unterzeichnung kommt, sollte der Vertrag genau geprüft werden. Sämtliche Vereinbarungen müssen in der Bau- und Leistungsbeschreibung um im Bauvertrag unbedingt enthalten sein! Was nicht im Vertrag steht, gilt als nicht vereinbart und muss vom Bauunternehmen auch nicht ausgeführt werden. Hinweise zum Thema Bauvertrag und Werkvertrag finden Sie unter www.abir.eu/baurecht/bauvertrag-werkvertrag.html

 

Im Vorfeld klare Regelungen schriftlich vereinbaren

So manches Bauunternehmen hält die Hand auf, bevor die einzelnen Elemente des Fertighauses bestellt werden. Wenn nach dem Vertragsabschluss schon mal ein paar Prozent vom Preis fällig werden, ist diese Zahlung eine Vorauszahlung, der keine Gegenleistung gegenübersteht. Es ist auch merkwürdig, warum ein Bauherr für die Beauftragung des Architekten Geld bezahlen soll. Wichtig ist, dass erst eine Leistung die Zahlung einer Rate begründet. Die Vorleistungspflicht des Bauherrn widerspricht deutlich der Vorleistungspflicht des Bauunternehmers. Für einen seriösen Hausanbieter ist es selbstverständlich, dass Zahlungen nach erfolgtem Baufortschritt zu leisten sind.

 

Der Festpreis für das Fertighaus

Die Festpreisgarantie ist ein weiterer elementarer Punkt auf der Liste des Vertrages. Keinesfalls sollte sie eine kürzere Zeitspanne als 12 Monate umfassen. Unbedingt zu beachten ist, dass sich der Festpreis nur auf die Leistungen bezieht, die in der Baubeschreibung exakt formuliert sind. So ist zum Beispiel „Auf Wunsch“ nicht im Festpreis enthalten, sondern bedeutet, dass für diesen Wunsch das Portemonnaie geöffnet werden muss.

 

Abnahme des Fertighauses

"Abnahme des Hauses auch bei witterungsbedingtem Fehlen des Außenputzes". Diese Klausel sorgt dafür, dass das Haus abgenommen werden muss, obwohl es eigentlich verweigert werden könnte. Ohne einen sauberen Verputz könnten nämlich Schäden am Haus entstehen - und der Bauherr bliebe mit dieser Klausel unter Umständen auf den Kosten für die Instandsetzung sitzen.

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